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Realisierungslücke

Der Abstand zwischen dem Einsatz neuer Technik und ihrer tatsächlichen Wirkung im Geschäft. Mein Begriff für das, was entsteht, wenn Zukunft eingekauft, aber nicht getragen wird.

Art
Begriff aus der Praxis
Stand
08.10.2026

Kurz erklärt

Eigenes Konzept von Jens Issel. Kein etablierter Fachbegriff, nicht empirisch geprüft.

Ich nenne so den Abstand zwischen Einsatz und Wirkung. Organisationen kaufen Technik, aber der Wert entsteht erst, wenn Menschen ihre Arbeit anders tun. Die Werkzeuge stehen allen offen, die Lücke liegt also woanders.

Die Zahlen dahinter stammen aus einer Unternehmensbefragung, nicht von mir. Dass die Lücke vor allem bei den Menschen sitzt, ist meine These. Die Umfrage misst Einsatz und Wirkung, nicht die Ursache.

Laut McKinsey (The state of AI in 2026, 25. August 2026; 1.719 Befragte in 97 Ländern) nutzen etwa 9 von 10 Organisationen KI regelmäßig in mindestens einer Funktion, 44 % skalieren sie unternehmensweit. Etwa 6 % erzielen eine EBIT-Wirkung von 5 % oder mehr, praktisch unverändert zum Vorjahr.Befragungsdaten (Selbstauskunft der Teilnehmenden). Die Nutzung wächst, die Spitzengruppe wächst laut Studie nicht mit.

Wo es im Unternehmen auftaucht

  • Ein Werkzeug ist lizenziert und eingeführt, wird aber kaum genutzt.
  • Der Pilot funktioniert, der Rollout versandet.
  • Die Schulung war gut besucht, im Alltag ändert sich nichts.

Typische Situationen aus der Praxis, keine Studienergebnisse.

So klingt es

  • „Wir haben das Tool ja eingeführt.“
  • „Genutzt wird es kaum.“
  • „Wir haben doch alle geschult.“

Häufige Missverständnisse

„Die Lücke ist ein Technikproblem.“ Es gibt auch technische Ursachen, etwa Datenqualität oder Prozesse. Dieser Begriff beschreibt den menschlichen Teil: den Abstand, der entsteht, wenn Menschen ihre Arbeit nicht anders tun.

„Mehr Schulung schließt die Lücke.“ Das ist meine Einschätzung, keine Studie: Schulung gibt Wissen, Verhalten ändert sich erst durch Erfahrung. Wo Menschen Verlust, Statusverlust oder Scham erleben, bleibt Wissen oft ungenutzt.

„Das ist ein etablierter Fachbegriff.“ Nein, es ist mein eigener Begriff. Ob die Fachliteratur dasselbe unter anderem Namen führt, habe ich nicht geprüft.

Stand der Forschung

Eigenes Konzept. Die Beschreibung der Lücke stützt sich auf Befragungsdaten. Die Erklärung (Blockaden und knappe Bewältigungskraft der Menschen) ist meine These und nicht empirisch geprüft.

Was fehlt: Eine Studie, die zeigt, welcher Anteil der Lücke auf menschliche Faktoren zurückgeht. Die Befragung nennt Einsatz und Wirkung, aber keine Ursachenzerlegung.

Und in Ihrer Organisation?

Wer wissen will, wo die Lücke in der eigenen Organisation sitzt, kann beim Ready-Check anfangen: Er zeigt Tendenzen an fünf Stellen, an denen Veränderung typischerweise scheitert.

Häufige Fragen

Was genau ist die Realisierungslücke?

Der Abstand zwischen dem Einsatz neuer Technik und ihrer tatsächlichen Wirkung im Geschäft. Gemessen wird er in der Praxis an dem, was nach der Einführung passiert: Wird das Werkzeug genutzt, ändern sich Abläufe, zeigt sich das im Ergebnis?

Woher stammen die Zahlen?

Aus der McKinsey-Befragung The state of AI in 2026 vom 25. August 2026 (1.719 Befragte, 97 Länder). Es sind Angaben der Befragten und keine unabhängig gemessenen Werte. Die Zahlen sollten vor einer Weitergabe am Original geprüft werden.

Warum sitzt die Lücke bei den Menschen?

Das ist meine These, kein Befund. Ihr Kern: Wert entsteht erst, wenn Menschen ihre Arbeit anders tun, und genau dort sitzen die Blockaden. Andere Ursachen wie Datenqualität oder Prozesse bleiben davon unberührt.

Wie lässt sich die Lücke früh erkennen?

Nach meiner Beobachtung sind Blockaden ein Frühindikator: Fragen werden spät oder heimlich gestellt, Neues bleibt bei Einzelnen hängen, Projekte versanden ohne Streit. Das ist Praxiserfahrung. Der Ready-Check macht solche Tendenzen besprechbar, ist aber keine validierte Messung.

Ist die Realisierungslücke ein wissenschaftlicher Begriff?

Nein. Es ist mein Arbeitsbegriff, den ich in Keynotes und Papieren verwende. Er ist nicht in der Fachliteratur geprüft und nicht empirisch validiert.

Quellen

  1. McKinsey (25. August 2026). The state of AI in 2026: On the road to ROI. (Befragung, 1.719 Teilnehmende in 97 Ländern; Zahlen zum Gegenlesen.)

Stand der Recherche: 08.10.2026. Geprüft wurden je nach Zugang Volltexte, Abstracts oder Bibliografien; wo nur Abstract oder Sekundärquelle vorlag, steht das im Text. Zahlen bitte vor Weitergabe am Original prüfen.